• Home
  • Über uns
  • Aktuelles
  • Pressemitteilungen
  • Fachbereiche
  • Austausch
  • Projekte
  • Praktika
  • SMV
  • Förderverein

› Austausch › Israel › Austausch 2010 › Deutsch-israelische Begegnung

Ablauf der deutsch-israelischen Begegnung vom 4.7. - 9.7.2010

Sonntag, 4. 7. 2010
Acht deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer fahren zusammen mit den beiden Organisatorinnen Frau Feneberg und Frau Bender zum Flughafen in Stuttgart, um dort die 18 Schülerinnen und Schüler und ihre drei Begleitlehrer mit einem Willkommensplakat zu empfangen. Durch die unkomplizierte Kommunikation via Facebook haben sich die Partner bereits ein wenig kennen gelernt, so dass sich während der Zugfahrt nach Bietigheim Bissingen sehr schnell Gespräche ergeben. Nach einer kurzen Mittagspause treffen sich alle im PKC in Freudental zu einer ersten thematischen Einheit.

Nach einer Vorstellungsrunde, ein paar Kennenlernspielen und der Begrüßung durch den Schulleiter des Alfred Amann Gymnasiums, Herrn Prill, führt der Leiter des PKC die Gruppe durch Freudental und zeigt die Wohnhäuser der jüdischen Familien Jordan, Marx, Herrmann und Stein. Freudental war die wichtigste württembergische jüdische Siedlung - ca. ein Drittel aller Juden in Württemberg lebte hier. An der alten Talmudschule, der alten Schächterei, der Mikwe und auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof, der 2007 geschändet wurde, lässt Herr Bez mit Anekdoten die Geschichte lebendig werden.
 

Zurück im PKC führen deutsche Schülerinnen in das "Kofferprojekt" ein. Beim Rundgang durch Freudental ist mehrmals vom Auswandern bzw. von Flucht die Rede gewesen, nun sollen sich alle Schüler Gedanken machen, was eine Familie denn damals, wenn sie auswandern bzw. flüchten musste, in ihre Koffer gepackt hat. Zwei alte Koffer stehen in der Mitte - ein etwas größerer für die Eltern und ein etwas kleinerer für die Kinder - die Schüler können auf Post-it ihre Gegenstände schreiben und sie dann symbolisch in den Koffer legen bzw. kleben.
Ein gemeinsames Abendessen rundet den Tag ab.


Montag, 5.7.2010
In den ersten drei Schulstunden nehmen die Israelis in Dreiergruppen am Unterricht der Klassen 10 und 11 teil und werden, soweit möglich in das Unterrichtsgeschehen eingebunden. Danach führt der frühere Schulleiter des AAG Herr Zimmer, dessen Tochter auch am Austausch teilnimmt, durch Bönnigheim und klärt über die Geschichte der Ganerbenstadt auf. Ein besonderes Erlebnis ist für die Israelis sicherlich der Besuch der evangelischen Cyriakuskirche, die ein wahres Kleinod ist.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit den Deutschen in der Schulmensa steht wieder thematisches Arbeiten an. In dt.-israel. Gruppen erarbeiten die Schüler die einzelnen Stationen des Medienkoffers zum KZ Vaihingen-Enz und präsentieren ihre Ergebnisse danach den anderen. Dabei bekommen sie eine Überblick über die Phasen als Arbeitslager, später als Krankenlager, über den Steinbruch, die Befreiung und die Totenliste des KZ Wiesengrund - auch über die kaum vorstellbare Odyssee des Niederländers Jules Schelvis, der zwischen 1943 und 1945 von Amsterdam über Sobibor, Radom, Auschwitz nach Vaihingen kam.
Den Abschluss dieses Tages bildet der Empfang im Rathaus der Stadt Bönnigheim.
 


Dienstag, 6. Juli 2010
Der dritte Tag des Austausches beginnt mit einer Stunde Hospitation. Danach geht es mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Ludwigsburg. Dort steht zunächst die Besichtigung des Ludwigsburger Schlosses auf dem Programm. Eine deutsche und eine englische Führung versetzen uns ins 18. und 19. Jahrhundert. Nach einem Kilometer Fußweg durch das einprägsame und prunkvolle Schloss führt der nächste Termin im Kreishaus durch schön angelegte Alleen. Nach einer kurzen Begrüßungsrede des stellvertretenden Landrats wird ein Film über den Landkreis Ludwigsburg gezeigt. Mit einem Gruppenfoto und Gästebucheinträgen wird der Besuch der dt.-israelischen Gruppe dokumentiert. Bei einem gemeinsamen Mittagessen in der Kantine des Landratamtes können sich alle für das am Nachmittag bevorstehende Programm stärken. Um 14 Uhr steht der Besuch im Staatsarchiv an. Dieser Besuch wurde durch eine Kleingruppe der deutschen Teilnehmer hervorragend vorbereitet - sie geben eine kleine Einführung auf Englisch zur Aufgabe und Arbeit des Staatsarchivs allgemein und der Entnazifizierung, Grundlage ihrer Erkundungsgänge im Vorfeld des Besuchs waren auch verschiedene Familien aus Freudental.

Eine Schülerin hat in intensiver Vorbereitungszeit mit mehrfachen Besuchen im Staatsarchiv zum Aktenstudium in ihrer eigenen Familiengeschichte geforscht und anhand des Onkels ihres Großvaters über dessen Parteimitgliedschaft bzw. dessen Entnazifizierung Auskunft gegeben. Dieser Mut beeindruckt im besonderen Maß die israelischen Gäste. Die Leiterin des Staatsarchivs, Frau Dr. Koch, zeigt beim anschließendem Gang durch das Archiv verschiedene Archivalien. Die wenig verbleibende freie Zeit wird anschließend noch zu einem kurzen Einkaufsbummel genutzt.

Am Abend trifft sich die Gruppe um 19h wieder im PKC Freudental zu einem Treffen mit dem Buchautor und Journalisten Steffen Pross. Er forscht seit Jahren über Freudental und seine Bewohner während der Nazizeit und ist dazu regelmäßig im Staatsarchiv tätig. In seinem Vortrag macht er deutlich, wie einzelne Informationen aus verschiedenen Akten irgendwann zu einem Gesamtbild zusammenwachsen. Anhand der Familie Herrmann macht er das Schicksal der Freudentaler Juden in den Jahren 38-42 anschaulich.


Donnerstag, 8. Juli 2010
In den ersten drei Stunden nehmen die Gäste wieder am Unterricht teil, da-nach bereiten alle in verschiedenen Kleingruppen die Präsentation am A-bend vor. Zum Abschluss der gemeinsamen thematischen Arbeit wiederholen wir noch einmal das "Kofferprojekt" vom Sonntag. Die beiden alten Koffer werden nun noch durch einen modernen Koffer ergänzt. Einerseits können noch weitere Zettel in die alten Koffer geklebt werden, anderseits sollen sich die Schüler überlegen, was würden sie heute, im Jahr 2010 bei einem solchen Anlass mitnehmen. Die Ergebnisse sprechen für sich, die Koffer füllen sich relativ schnell mit vielen Zetteln, ein Zeichen dafür, dass sich unser Oberthema gut durch die Woche gezogen hat.
 

Um 18h versammeln sich neugierige, interessierte Lehrer, Mitschüler und alle, die in irgendeiner Form am Austausch beteiligt sind, um einen Rückblick auf die vergangenen Tage zu erhalten. Herr Bickel und sein Bläserensemble geben dem Abend einen festlichen Rahmen und eröffnen die Veranstaltung mit zwei Musikstücken. Danach gibt immer ein deutscher Teilnehmer auf Deutsch Auskunft über einen der Tage und ein Israeli auf Englisch. Abgerundet wird der Rückblick durch einen Kurzfilm des israelischen Kollegen und einer Bildershow, bei der auch Einblicke in das private Abendprogramm gegeben werden. Die Bilder machen deutlich, dass sich beide Gruppen gut verstanden haben. Wandzeitungen, die Evaluationsplakate, die eine deutsche Kleingruppe vorbereitet hatte und die am Morgen ausgefüllt wurden, sowie die Koffer mit den Zetteln sind im Rahmen einer kleinen Ausstellung anzuschauen.
Bei sommerlichen Temperaturen setzen sich im Anschluss an die Präsentation alle zu einem gemeinsamen Abendessen im Schulhof zusammen. Die Familien sind vom Austausch angetan, bedauern jedoch, dass die gemeinsame Zeit sehr kurz sei - ein Thema, das mit den israelischen Kollegen mehrfach diskutiert wird, vielleicht ist es beim nächsten Austausch möglich, dass die Israelis zwei bis drei Tage länger in Bönnigheim bleiben, bevor sie weiter nach Berlin reisen.
 


Freitag, 9. Juli 2010
Die Israelis fahren nach Berlin, dort verbringen sie noch drei interessante Tage.
Hinter allen am Austausch Beteiligten liegen ereignisreiche Tage, die keinen unberührt gelassen haben.
 

  • Israel
    • Austausch 2011
    • Austausch 2010
  • Australien
    • Austausch 2010
  • Frankreich
  • Italien
© 2009 Design: Dennis Schäfter. © 2012 Verwirklichung: Homepage-AG • Impressum • Alte Homepage • Stadt Bönnigheim