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Bericht über die
zweite deutsch-israelische Begegnung
zwischen Schülerinnen und Schüler des
Alfred Amann Gymnasiums
und der
Emek Ha Hula Highschool, Kfar Blum
Dienstag, 11.10.2011
Erwartungsfroh machten sich alle deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Israelaustausch auf den Weg zum Stuttgarter Flughafen, um die Israelis mit ihrer An-wesenheit zu überraschen und sie gebührend zu empfangen.
Bei einem Schluck alkoholfreien Sekt auf dem Heimweg nach Bönnigheim wurden allerlei Neuigkeiten ausgetauscht.
Mittwoch, 12.10.2011
In der ersten Stunde trafen sich unsere israelischen Gäste zusammen mit ihren drei Begleitlehrerinnen, um sich über die ersten Eindrücke in Deutschland auszutauschen. In der zweiten Stunde wurde die Gruppe von unserem Schulleiter, Herrn Prill, herzlich willkommen geheißen. Herr Prill nahm sich dann auch noch Zeit, um einen Einblick ins deutsche Schulsystem zu geben. In den darauffolgenden Stunden haben die Israelis in Kleingruppen verschiedene Klassen im Unterricht besucht und etwas über ihr Land und ihre Lebensgewohnheiten erzählt, um dann in kleineren Gruppen Rede und Antwort zu stehen.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung – einige waren z.B. in Bietigheim-Bissingen schwimmen, andere waren zusammen kegeln. Abends trafen sich dann fast alle Austauchpartner im Gemeindehaus der evangelischen Kirche Bönnigheim, die der Gruppe für die ganze Zeit die Jugendräume zur Verfügung gestellt hatte.
Donnerstag, 13.10.2011
Wie jeden Morgen trafen sich zunächst die Israelis zu einem kurzen Informationsaus-tausch. In der zweiten und dritten Stunde haben dann beide Gruppen gemeinsam verschiedene Themen um das KZ Vaihingen erarbeitet und den anderen präsentiert.
Am späteren Vormittag lernten die Israelis Bönnigheim während einer Stadtrallye, die einige der deutschen Schülerinnen entworfen hatten, kennen.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Schulmensa trafen sich alle im Pädagogisch-Kulturellen-Centrum in der ehemaligen Synagoge in Freudental wieder. Herr Bez, der Leiter des PKC gab zunächst einen Überblick über das jüdische Leben in Freudental bis 1938 und ließ dabei manche Familiengeschichten lebendig werden. Für die Israelis besonders interessant war dabei, dass einige Nachkommen der Freudentaler Juden heute noch im Oberen Galiläa, also der Heimat unserer Gäste leben.
Nach der theoretischen Einführung konnten alle bei einem Rundgang durch Freu-dental sehen, wie bis 1938 ein jüdisch-christliches Miteinander möglich war.
Nach dem Rundgang gab es im PKC die Gelegenheit zu einer kleinen Stärkung. Herr Bez zeigte dann einen kurzen Ausschnitt einer Dokumentation über die Schändung des jüdischen Friedhofs 2007 zur Vorbereitung des sich anschließenden Besuchs des inzwischen wieder restaurierten Friedhofs. Sowohl die deutschen als
auch die israelischen Schüler zeigten sich fassungslos über dieses schamlose Verbrechen.
Die Projektarbeit zu Vaihingen und der Besuch von Freudental ließ die Schülerinnen und Schüler ins Gespräch über die deutsch-israelische Vergangenheit kommen.
Abends trafen sich die Jugendlichen wieder im ev. Gemeindehaus in Bönnigheim.
Freitag, 14.10.2011
An diesem Tag stand Ludwigsburg auf dem Programm – zunächst begann der Tag für die Israelis mit einer Führung durch das Schloss. So konnten sie sich ein Bild über das Leben am Hof machen.
Danach empfing sie der Landrat Dr. Haas, der in seiner kurzen Ansprache die Bedeutung dieser Begegnungen hervorhob. Der Film über den Landkreis Ludwigsburg zeigte noch einmal eindrücklich, inwiefern Menschen Räume prägen und wie die politischen Strukturen zwischen Landkreis und Kommunen funktionieren. Nach einem Mittagessen im Kreishaus ging es wieder zurück nach Bönnigheim, um mit dem dortigen Bürgermeister, Herrn Bamberger, über die verschiedenen Aspekte des Projektthemas zu diskutieren.
Wochenende: Samstag, 15.10. und Sonntag, 16.10.
Am Wochenende gestalteten die Familien in eigener Verantwortung das Programm – einige waren am Samstag in Heidelberg, andere schauten sich ein Fußballspiel des VFB Stuttgart an. Abends trafen sich alle zu einer Party im ev. Gemeindehaus. Am Sonntag waren alle in Tripsdrill und hatten viel Spaß miteinander.
Montag, 17.10.2011
Die Überschrift zu diesem Tag hieß: Stuttgart 21. Vor einem Jahr, bei unserem Besuch in Shavei Zion, Israel, wurden wir direkt auf diese Thematik angesprochen. Zunächst schauten wir uns das aktuelle Bahnhofsgebäude unter architektonischen Gesichtspunkten an – verschiedene Elemente, die an orientalische Gebäude erinnern. Der Bahnhof wurde einst auch als Tor zum Orient verstanden. Danach liefen wir am Protestzaun entlang, um verschiedene Äußerungen zu Stuttgart 21 zu lesen.
Nach einem Blick von der Aussichtsterrasse des Turmforums erklärte uns der Architekturjournalist, Herr Dipl. Ing. Christian Schönwetter anhand der verschiedenen Modelle die verschiedenen Bauphasen und die Argumente von Befürwortern und Gegnern des Projekts.
Ein Rundgang durch Stuttgart rundete den Einblick in das Thema Städtebau ab. Den Nachmittag nutzten die meisten zu einem Einkaufsbummel in Stuttgart.
Dienstag, 18.10.2011
Früh morgens fuhren wir mit dem Bus Richtung Strasbourg – leider mit ein paar Staus auf der Autobahn. Am Vormittag stand das Stadtzentrum auf dem Programm: das Straßburger Münster, das Gerberviertel, sowie das kaiserliche Viertel, mit dem Kaiserpalast (heute Palais du Rhin).
Am Nachmittag konnten wir viel über das vereinigte Europa und die Arbeit im Europaparlament im Rahmen einer Führung durch das EU-Parlament lernen. Eindrücklich für die Israelis war einerseits das Zusammenarbeiten verschiedener Nationen und andererseits das problemlose Überfahren der Grenze ohne Kontrollen.
Mittwoch, 19.10.2011
An diesem Tag hatten die israelischen Gäste die Gelegenheit, mit ihren deutschen Partnern den Unterricht zu besuchen. Im Anschluss an die ersten Schulstunden bereiteten beide Gruppen die Präsentation am Abend vor.
Abends stellten israelisch-deutsche Gruppen auf Deutsch und auf Englisch die jeweiligen Programmpunkte vor und brachten auch zum Ausdruck, was sie bei den einzelnen Themen am meisten beeindruckt und beschäftigt hatte. Der Abend im Musiksaal wurde vom Bläserensemble der Schule feierlich umrahmt. Unter den Musikern waren Schülerinnen und Schüler des aktuellen Austauschs, des Seminarkurses Israel und des letztjährigen Austauschs.
Donnerstag, 20.10.2011
In den ersten Stunden hospitierten die israelischen Gäste noch einmal im Unterricht ihrer Partner, bevor sie dann die Strombergkellerei in Bönnigheim besichtigten. Für die Israelis war dies insofern sehr interessant, da sie in Israel nicht so nah an die Produktion herankommen, da dies wegen der religiösen Reinheitsgebote nicht erlaubt ist.
Nach dem Mittagessen hieß es dann Abschied nehmen. An der Bushaltestelle vor der Schule versammelten sich viele traurige Gesichter, manchmal flossen gar Tränen. Die gemeinsame Zeit war einfach zu schnell vergangen. Um so mehr freuen sich jetzt alle auf den geplanten Gegenbesuch der Deutschen im Februar 2012.