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› Projekte › SolaroAa - Schule als Staat › Wirtschaft

Wirtschaft, Finanzen und Abrechnung

I.Die Währung

  • Die Währung entsteht; welche Stückelung ist sinnvoll
  • wo kommen die Geldscheine her?
  • Geldausgabe zu Beginn (Zwangsumtausch)
  • Gefahren: Falschgeld, Währung bei neuem Projekt nicht wiederverwendbar

II. Geldkreisläufe

  • Welche Wege nimmt das Geld?
  • Inflation und Deflation
  • Wie hält man den Kreislauf am Laufen
  • Wechselstuben

III. Staatshaushalt

  • wie finanziert sich der Staat?
  • wie viele Beamten kann/muss sich der Staat leisten, wie hoch sind die Gehälter?
  • Grenzen dicht halten

IV. Privatwirtschaft

  • Selbstorganisation der Betriebe  (Betriebsgründungen, Einstellung von Mitarbeitern)
  • sichernde Maßnahmen im Vorfeld und durch die Regierung während des Projekts
  • Abrechnung Wirtschaftsprüfer
  • Gewinnmaximierung vs. Wirtschaftswachstum

V. Endabrechnung, Steuer

  • progressive Steuer, Gewinnlimit
  • durch Gewinnlimit kommt Wirtschaftskreislauf am letzten Tag zum erliegen
  • Organisation des End-Rücktausches

VI. Die schützende Hülle

  • Staatshaushalt muss unterschieden werden vom Projekthaushalt
  • Kriterium 80.000 Hitchies
  • worst case: wie verhindert man den Bankrott des Projekts
  • Möglichkeiten für Bürgschaften prüfen


II Geldkreisläufe

Welche Wege nimmt das Geld?

In jedem Staat, so auch in Solaroaa gibt es grundsätzlich zwei Kreisläufe:

  • Warenkreislauf
    Mit Ware sind hier nicht nur Güter, sondern auch Dienstleistungen aller Art gemeint
  • Geldkreislauf
    Dieser läuft gegen den Warenkreislauf, da man Ware nur gegen Geld erhält.

 

Im Folgenden werden diese beiden Kreisläufe als eine Einheit (Wirtschaftskreislauf) aufgefasst.

Was die Sache mit dem Geld nun etwas komplizierter macht, ist die Tatsache, dass Güter, welche von draußen in den Staat gebracht werden, in der realen Welt nicht mit Hitshies, sondern mit DM bezahlt werden müssen. Im Staat Solaroaa stellen allerdings Hitshies das einzig gültige Zahlungsmittel dar.
 

Privatpersonen

Privatpersonen entnehmen dem Kreislauf Waren und schleusen dafür Geld in den Kreislauf ein. Falls einem Bürger Solaroaas die Hitshies ausgehen, muss er sich bei der Wechselstube gegen DM neue Hitshies besorgen.
Privatpersonen sorgen somit immer für einen Abfluss an Waren und einen Zufluss an Geld. Um eine Deflation zu vermeiden, konnten Privatpersonen Hitshies nicht in DM zurücktauschen.
 

Betriebe

Bei Betrieben verhält es sich genau umgekehrt wie Privatpersonen. Betriebe schleusen Waren in den Wirtschaftskreislauf ein und entnehmen diesem im Gegenzug
Geld. Damit die Waren nicht ausgehen, müssen die Betriebe ständig für Nachschub sorgen. Die Rohstoffe stammen allerdings nicht aus Solaroaa, sondern aus der realen Welt. Dort werden Hitshies leider nicht akzeptiert. Um den Betrieben Investitionen zu ermöglichen, wurde folgendes vereinbart:

Betriebe dürfen � im Gegensatz zu Privatpersonen � Hitshies in DM zurücktauschen, wenn Sie folgende Bedingungen erfüllen:

  1. Sie müssen eine Quittung für bereits getätigte Investitionen in der realen Welt vorweisen können.
  2. Sie müssen Hitshies im Gegenwert zum gewünschten DM-Betrag haben

Begründung:
ad 1):
Wir sahen in der Vorbereitung des Projekts die Gefahr, dass einzelne Schüler versuchen könnten, sich persönlich zu bereichern (und zwar mit DM!). Eine Möglichkeit dazu wäre folgende: Man täuscht Investitionen vor, die in der Realität nie getätigt wurden ("Ich habe für 300 DM Würstchen gekauft!"). Die Nachweispflicht per Quittung erschwert diesen Missbrauch.
ad 2):
Die Projektkasse kann keine DM ausgeben, wenn Sie nicht entsprechend Hitshies erhält (vgl. 80 000-Kriterium).
Betriebe sind nur zu Neuinvestitionen in der Lage, wenn Sie Ihre Ware bisher an den Mann gebracht haben. Damit soll vermieden werden, dass Unternehmer für viel Geld (DM!) Investitionen tätigen, die sich nicht rechnen und damit in der realen Welt bedrohliche Verluste machen: Man kann also beispielsweise am 2. Tag nur dann für 300 DM Pizza-Zutaten kaufen, wenn man am Tag zuvor für mindesten 300 DM Pizzen verkauft hat!
Außerdem trägt das unternehmerische Risiko stets der Betrieb, nie der Staat. Dieses Risiko wird aber minimiert, da Unternehmer im Prinzip nur die Investitionen für den 1. Tag vorstrecken müssen.

Inflation und Deflation
Problem:
Betriebe tauschen bei der Projektkasse Hitshies für Neuinvestitionen in DM um. Somit werden dem Wirtschaftskreislauf andauernd Hitshies entzogen. Werden diese Hitshies nicht wieder in den Kreislauf zurückgeführt, kommt es zur Deflation: Das Geld geht aus. Als Folge davon kommt der Kreislauf zum Erliegen.
Die Projektkasse kann aber die eingenommenen Hitshies nicht einfach wieder in den Kreislauf schleusen, da sie damit das 80 000-Kriterium verletzen würde und außerdem im Kreislauf Geld auftauchen würde, für das es keinen Gegenwert in Waren gibt. Das ist das typische Szenario einer Inflation, welche schließlich den Wirtschaftkreislauf blockiert.
Die Hitshies müssen also auf anderen Wegen in den Kreislauf zurückfließen.

Die Lösung lautet ganz einfach: Devisen!

Hitshies, welche von Unternehmern aus dem Kreislauf entfernt wurden, werden durch Besucher wieder zurückgeführt. Diese tauschen ja DM gegen Hitshies!
Damit ist klar, dass das Gelingen des Projektes in wirtschaftlicher Hinsicht stark von Besuchern abhängig ist!

Lebenserhaltungsmaßnahmen für den Wirtschaftskreislauf
Der Erfolg des Projekts hängt entscheidend vom Funktionieren des Wirtschaftskreislaufs ab. Wenn dieser zum Erliegen kommt, "stirbt" das Projekt, die Bürgerinnen und Bürger sind zum Nichtstun gezwungen. Somit muss alles getan werden, um den Kreislauf am Laufen zu halten. Als probates Mittel erwies sich die Einführung eines Gewinnlimits:
Der Kreislauf funktioniert nur, wenn alle sich aktiv daran beteiligen, sowohl als Produzenten von Waren und Dienstleistungen als auch als Konsumenten. Man könnte natürlich als Unternehmer folgende Überlegung anstellen:
"Ich habe bisher 100 DM investiert, aber ich konnte meine Ware für insgesamt 600 Hitshies (also 300 DM) an den Mann bringen. Diese 600 Hitshies gebe ich nirgends mehr aus sondern tausche sie zum Ende des Projektes komplett in DM um, dann kann ich mir von den 200 DM Gewinn nämlich einen .... kaufen!" (Solche Überlegungen fanden bei relativ vielen Schülern im Vorfeld tatsächlich statt).
Das würde allerdings bedeuten, dass diese 600 Hitshies nie wieder in den Kreislauf zurückfließen würden (Deflation), außerdem käme der Kreislauf sehr schnell zum Erliegen, wenn alle so denken würden.
Um solchen Planungen einen Riegel vorzuschieben, wurde eine progressive Einkommenssteuer erhoben:
 

für....

bekommt man

 

für....

bekommt man

1 H

0,50 DM

 

35 H - 37 H

17,50 DM

2 H

1,00 DM

 

38 H - 39 H

18,00 DM

3 H

1,50 DM

 

40 H - 41 H

18,50 DM

4 H

2,00 DM

 

42 H - 43 H

19,00 DM

5 H

2,50 DM

 

44 H - 45 H

19,50 DM

6 H

3,00 DM

 

46 H - 47 H

20,00 DM

7 H

3,50 DM

 

48 H - 49 H

20,50 DM

8 H

4,00 DM

 

50 H - 51 H

21,00 DM

9 H

4,50 DM

 

52 H - 53 H

21,50 DM

10 H

5,00 DM

 

54 H - 55 H

22,00 DM

11 H

5,50 DM

 

56 H - 57 H

22,50 DM

12 H

6,00 DM

 

58 H - 59 H

23,00 DM

13 H

6,50 DM

 

60 H - 61 H

23,50 DM

14 H

7,00 DM

 

62 H - 63 H

24,00 DM

15 H

7,50 DM

 

64 H - 65 H

24,50 DM

16 H

8,00 DM

 

66 H - 67 H

25,00 DM

17 H

8,50 DM

 

68 H - 69 H

25,50 DM

18 H

9,00 DM

 

70 H - 73 H

26,00 DM

19 H

9,50 DM

 

74 H - 77 H

26,50 DM

20 H

10,00 DM

 

78 H - 81 H

27,00 DM

21 H

10,50 DM

 

82 H - 85 H

27,50 DM

22 H

11,00 DM

 

86 H - 89 H

28,00 DM

23 H

11,50 DM

 

90 H - 94 H

28,50 DM

24 H

12,00 DM

 

95 H - 99 H

29,00 DM

25 H

12,50 DM

 

100 H - 104 H

29,50 DM

26 H

13,00 DM

 

105 H - 109 H

30,00 DM

27 H

13,50 DM

 

110 H - 114 H

30,50 DM

28 H

14,00 DM

 

155 H - 119 H

31,00 DM

29 H

14,50 DM

 

120 H - 124 H

31,50 DM

30 H

15,00 DM

 

125 H - 129 H

32,00 DM

31 H

15,50 DM

 

130 H - 134 H

32,50 DM

32 H

16,00 DM

 

135 H - 139 H

33,00 DM

33 H

16,50 DM

 

140 H - 144 H

33,50 DM

34 H

17,00 DM

 

145 H - 149 H

34,00 DM

 

für...

bekommt man

 

150 H - 154 H

34,50 DM

 

155 H - 159 H

35,00 DM

 

160 H - 164 H

35,50 DM

 

165 H - 169 H

36,00 DM

 

170 H - 174 H

36,50 DM

 

175 H - 179 H

37,00 DM

 

180 H - 184 H

37,50 DM

 

185 H - 189 H

38,00 DM

 

190 H - 194 H

38,50 DM

 

195 H - 199 H

39,00 DM

 

200 H - 204 H

39,50 DM

 

ab 205 H

40,00 DM


Wie man sieht, ist der persönliche Gewinn, den ein einzelner zum Ende des Projektes in DM erhalten kann, auf 40 DM begrenzt. Dadurch sollten alle motiviert werden, ihren Hitshie-Verdienst im Staate Solaroaa auszugeben und somit die Wirtschaft weiter anzukurbeln. Das funktionierte bis auf den letzten Tag sehr gut (vgl. unten)

Als weiteres Mittel zur Erhaltung des Wirtschaftskreislaufs diente die intensive Betreuung der Betriebe:
Ein Betrieb, der bankrott ist, kann zum Wirtschaftskreislauf nichts mehr beitragen. Es konnte aber nicht davon ausgegangen werden, dass alle Betriebsleiter das nötige Wissen zur Betriebsführung mitbringen. Aus diesem Grunde erhielt jeder Betrieb einen Lehrer oder eine Lehrerin als Paten. Außerdem mussten alle Unternehmer im Vorfeld des Projekts sogenannte "Betriebsleiter-Seminare" besuchen.
 

Wechselstuben
Ein besonderes Augenmerk muss den Wechselstuben gelten. Sie geben Hitshies gegen DM aus und bilden damit eine potentielle Verlustquelle für das Projekt (falsches Umrechnen, Rausgeben etc.).
Um solche Fehler zu vermeiden oder zumindest sehr früh zu entdecken, wurden mehrere Sicherheitsvorkehrungen getroffen:
Jedes Team der Wechselstuben, bestehend aus zwei Beamten, erhielt eine eigene Geldkassette, die von keinem anderen Team benutzt wurde.
Diese Kassette wurde erst direkt vor der Schicht von einer Person, welche Zugang zum Tresor hatte, bestückt.
Das Wechselteam nahm die Kassette in Empfang, prüfte den Inhalt und quittierte diesen.
Es konnten nur bestimmte festgelegte Beträge getauscht werden. Diese wurden in Tabellen festgehalten, so dass sich die Tätigkeit der Teams auf Ablesen, Kassieren von DM und Ausgabe von Hitshies beschränkte.
Nach jeder Schicht wurde mit Hilfe eines speziellen Formulars abgerechnet. Das Formular war so gestaltet, dass Fehlbeträge sofort sichtbar wurden (s. Abb.)
Nach der Abrechnung wurde die Kasse vollständige geleert. Der Inhalt ging sofort wieder in den Tresor zurück, was dem Wechselteam vom zuständigen Personal quittiert wurde.
Alle diese Vorgänge wurden nicht nur auf entsprechenden Formularen, sondern auch in dafür erstellten EXCEL-Arbeitsmappen festgehalten:
 

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